Ein Ort der Begegnung soll es sein!

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Die Evangelische Kirchgemeinde Amriswil-Sommeri möchte ein neues Begegnungszentrum bauen. Am Samstag hat die Behörde über ihre Beweggründe ausführlich informiert.



Barbara Hettich,
Die Evangelische Kirchgemeinde Amriswil-Sommeri ist eine lebendige Gemeinde, doch davon bekommt die Öffentlichkeit kaum etwas mit. Die grosse Kirche an der Weinfelderstrasse steht unter der Woche mehrheitlich leer, das kirchliche Leben findet im Alten Pfarrhaus an der Bahnhofstrasse und im Kirchgemeindehaus (alte Kirche) an der Romanshornerstrasse statt.

«Ich stelle mir vor, wie das wäre, wenn das Leben neben unserer Kirche stattfinden und als solches auch wahrgenommen würde», sagte Pfarrer Markus Keller und eröffnete mit einem Kurzreferat die Informationsveranstaltung am Samstagvormittag in der Kirche. 100 Personen nahmen die Gelegenheit wahr, sich Information aus erster Hand zu verschaffen.

Keine zeitgemässen Bedingungen mehr
Die Infrastruktur der Kirchgemeinde sei nicht mehr zeitgemäss, entspreche nicht mehr den heutigen Bedürfnissen, erklärte Behördenmitglied Otto Seger, Verantwortlicher für das Ressort Liegenschaften. Den Betrieb zu optimieren, sei mit den bestehenden Liegenschaften kaum möglich, dies habe eine Machbarkeitsstudie deutlich aufgezeigt. Eine Komplettlösung mit einem Neubau östlich der Kirche sei zielführend und wirtschaftlicher.

Eine Steuererhöhung wäre die Folge

Finanzexperte Peter Schläpfer informierte über die finanziellen Auswirkungen eines Neubaus. Gemäss Vorstudie müsse mit Investitionen von 8,3 Millionen Franken gerechnet werden. Bei einer linearen Abschreibung würde dies die Rechnung in den kommenden 25 Jahren mit jährlich 500 000 Franken belasten: 332 000 Franken Abschreibung, 125 000 Franken Zinsen und 50 000 Franken Unterhalt, so die Prognosen von Schläpfer.

Er stellte aber auch klar, dass es keinen besseren Zeitpunkt gebe, ein solches Projekt zu realisieren. «Das Zinsniveau ist tief, die Kirchgemeinde ist schuldenfrei und hat mit dem Pfarrhaus in Oberaach, dem Alten Pfarrhaus und dem Kirchgemeindehaus in Amriswil drei wertvolle Liegenschaften, bei deren Verkauf man ausserordentliche Abschreibungen tätigen könnte.» Für den Schuldenabbau sei jedoch eine zeitlich begrenzte Steuerfusserhöhung um fünf Prozentpunkte nötig, räumte Schläpfer ein.

Mehrheitlich positiv gestimmt
Es gab viele positive Stimmen. «Ein solches Zentrum ist dringend nötig, und es wäre schön, wenn wir dazu den Mut aufbringen könnten», sagte eine Votantin. Es gab aber auch kritische Stimmen, vor allem zum Verkauf des Alten Pfarrhauses und des Kirchgemeindehauses. «Sie werden bei jedem weiteren Schritt und bei jedem Verkauf einer Liegenschaft mitbestimmen können», versprach Kirchenpräsidentin Claudia Schindler. Als ersten Schritt wird die Behörde nun einen Kredit für einen Architekturwettbewerb beantragen.

Autor: Liliane Germann     Bereitgestellt: 06.05.2019     Besuche: 72 Monat  
aktualisiert mit kirchenweb.ch