Verkäufe werden lanciert

DSC_2627 (2) (Foto: Larissa Huber)

Evang. Kirchgemeinde schreibt Kirchgemeindehaus und altes Pfarrhaus aus
Claudia Schindler,
Die Planung und die Abklärungen rund um den Neubau eines neuen Kirchenzentrums in Amriswil werden immer konkreter: Am Bauprojekt wurden letzte Details ausgearbeitet, und das alte Pfarrhaus sowie das Kirchgemeindehaus in Amriswil werden zum Verkauf ausgeschrieben.

Die Evangelische Kirchgemeinde Amriswil-Sommeri hat im Zusammenhang mit dem geplanten Neubau eines Kirchenzentrums immer deutlich zum Ausdruck gebracht, dass die Kirchgemeinde zur Finanzierung drei eigene Liegenschaften verkaufen will. Dem Verkauf des alten Pfarrhauses in Oberaach wurde bereits Ende 2021 zugestimmt. Nun werden das Kirchgemeindehaus und das alte Pfarrhaus zum Verkauf ausgeschrieben. Claudia Schindler, Präsidentin der Kirchenvorsteherschaft, begründet den Neubau beziehungsweise die Verkäufe: «Mit einem Kirchenzentrum neben der Kirche wird der Betrieb vereinfacht und Aufwendungen können reduziert werden» Zudem sei sie aufgrund diverser Vorgespräche mit verschiedenen Personen und Organisationen der festen Überzeugung, dass die beiden zum Verkauf stehenden Liegenschaften von anderen Besitzerschaften besser genutzt werden könnten.

Zeitpunkt ist günstig
«Der Zeitpunkt für einen Verkauf ist gegenwärtig immer noch gut, weil die Nachfrage intakt ist», sagt Schindler. Es sei der Vorsteherschaft ein grosses Anliegen, dass die beiden Gebäude in gute Hände kommen. Mit dem Verkauf sei eine professionelle Vermittlungsfirma betraut worden: Unter den bereits bestehenden und weiteren Interessierten werde eine passende Käuferschaft evaluiert und der Kirchgemeinde vorgeschlagen. Concetta Bollinger von Fleischmann Immobilien, die für die Vermarktung der beiden Liegenschaften zuständig ist, hebt das Potenzial der beiden Gebäude hervor und betont: «Aufgrund unserer Erfahrung in der Vermittlung von besonderen Immobilien öffentlich-rechtlicher Körperschaften wissen wir, wie wir politische Prozesse und Interessen allfälliger Käuferschaften optimal aufeinander abstimmen können. Ich bin zuversichtlich, dass dies auch beim Kirchgemeindehaus und dem alten Pfarrhaus gelingen wird.» Die Verkaufsrichtpreise basieren gemäss Schindler auf professionellen, unabhängigen Schätzungen. Der kantonale Kirchenrat, der den Verkauf ebenfalls genehmigen muss, ist über das Geschäft informiert, sagt Schindler und ergänzt, dass die Kirchgemeinde die beiden weiteren Pfarrhäuser, die sich in baulich gutem Zustand befänden, behalten werde. Diese Vorgehensweise werde im langfristigen Liegenschaftskonzept auch so empfohlen, das bereits mehrmals öffentlich diskutiert wurde.

Bereits konkrete Interessierte
Das für Seminare oder Konzerte gut nutzbare Kirchgemeindehaus mit imposantem Turm sei für verschiedene Interessierte seit längerem ein attraktives Kaufobjekt. Trotz Sanierungsbedarf sei es nämlich für deren Nutzungsabsichten geeignet, sagt Kirchenvorsteher Otto Seger, der für die Liegenschaften verantwortlich zeichnet. Der Verkaufsrichtpreis von einer Million Franken für das Kirchgemeindehaus sei realistisch, bestätigt Bollinger. Das alte Pfarrhaus, das als prachtvolles Riegelhaus im Stadtzentrum das Augenmerk auf sich lenkt, dürfte eher noch etwas mehr Verkaufserlös einbringen. Ausgeschrieben ist es laut Bollinger mit gut 1,4 Millionen Franken. Auch dieses Gebäude eigne sich für Seminare und biete die Möglichkeit, für gewerbliche oder Wohnzwecke genutzt zu werden. Schindler weiss, dass es vielen Amriswilerinnen und Amriswilern «ein Herzensanliegen ist, dass die beiden Gebäude in gute Hände kommen. Wir werden deshalb bei den Vorbereitungen für einen Verkaufsentscheid besonders sorgfältig vorgehen.» Derartige Verkaufsverhandlungen dauerten aber länger als für herkömmliche Gebäude. Sie rechne deshalb damit, dass es frühestens Anfang 2023 zu einer Abstimmung kommen werde – parallel zum Baukredit im Januar oder der Budgetversammlung im März. Schindler legt Wert auf grosse Transparenz: «Die Kirchbürgerschaft wird die Gelegenheit haben, über die beiden Verkaufsgeschäfte separat zu entscheiden.»

Für Finanzierung nötig
Die beabsichtigte zeitliche Abstimmung mit dem Baukredit sei damit gelungen, sagt Seger: «Der Verkauf der beiden Liegenschaften ist nötig, um die Finanzierung des neuen Kirchenzentrums ohne Steuerfussveränderungen auch auf längere Frist sicherstellen zu können. Wir sind aus heutiger Sicht zuversichtlich, dass dies gelingt.» Er betont, dass man bestrebt sei, den Übergang zur Nutzung des neuen Kirchenzentrums möglichst nahtlos zu planen. Er gehe überdies davon aus, dass man mit einer optimalen Käuferschaft bei Bedarf auch eine passende Übergangslösung für die Benutzung von Räumen für kirchliche Anlässe ausarbeiten könne.

Baukredit im Januar
Die Vorlage des Baukredits für das neue Kirchenzentrum in Amriswil wird derzeit sorgfältig vorbereitet. Wenn alles gut laufe, könne Anfang Jahr über das Kreditbegehren informiert werden, sagt der Liegenschaftsverantwortliche und Kirchenvorsteher Otto Seger. Die Vorsteherschaft der Evangelischen Kirchgemeinde Amriswil-Sommeri geht davon aus, dass sie den Kredit an einer Kirchgemeindeversammlung Ende Januar dem Kirchenvolk zur Abstimmung unterbreiten kann.

Bereitgestellt: 27.10.2022     Besuche: 93 Monat  
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