Baukredit kommt vors Volk

220630_AMRI_Visu_Hauptbild (Foto: Claudia Schindler)

Evangelische Kirchgemeinde Amriswil-Sommeri präsentiert Kirchenzentrum für 10,8 Millionen Franken.
Nachhaltig gute Finanzlage trotz Jahrhundertinvestition: Das Projekt für das neue Kirchenzentrum der Evangelischen Kirchgemeinde Amriswil-Sommeri steht und kommt am Mittwoch, 25. Januar 2023 zur Abstimmung. Beantragt wird ein Baukredit von 10,8 Millionen Franken.

Das neue Kirchenzentrum soll östlich der Kirche in Amriswil realisiert werden. «Wir wollen an zentraler Lage zeitgemässen Raum für Begegnungen schaffen», bekräftigt Claudia Schindler, Präsidentin der Evangelischen Kirchgemeinde Amriswil-Sommeri. Mit grosser Freude kann sie nun das Detailprojekt vorstellen, das aus dem Projektwettbewerb hervorgegangen ist und anschliessend zu einem bewilligungsreifen Projekt ausgearbeitet wurde. Der Liegenschaftsverantwortliche der Kirchenvorsteherschaft, Otto Seger, bezeichnet das Kirchenzentrum als «zukunftsorientiertes Projekt, das nicht nur der Kirchgemeinde, sondern auch der gesamten Amriswiler Bevölkerung einen kulturellen Mehrwert schafft». Baulich füge sich der Neubau dezent als Pavillon in die Umgebung der Kirche ein. Der fein gegliederte Holzbau wirke eigenständig und doch harmonisch.

Kostengünstigerer Unterhalt

Der Bau des Kirchenzentrums ist Resultat der seit längerem verfolgten Liegenschaftsstrategie: Sie sieht vor, dass sich die Kirchgemeinde auf die nur wirklich notwendigen Gebäude fokussiert, womit der Unterhalt kostengünstiger werde, sagt Seger und ergänzt: «Die Kirchgemeinde erhält eine Adresse und somit eine Anlaufstelle. Verwaltung, Pfarr- und Diakoniebüros sowie Hausdienste werden zusammengeführt. Die internen Abläufe werden vereinfacht, Informations- und Entscheidungswege werden kürzer.» Als förderlich für das vielfältige gesellschaftliche und kulturelle Engagement der Kirchgemeinde von der Jugend- bis zur Seniorenarbeit bezeichnet er die Unterrichts-, Gruppen- und Jugendräume sowie den Mehrzwecksaal für gut 200 Personen mit Bühne, Foyer und modernem Gastrobereich. Mit einem zentralen Neubau könnten die Raumbedürfnisse optimal abgedeckt werden: «Mehrfachnutzungen und Nutzungskombinationen werden möglich. Die Raumverwaltung wird vereinfacht.» Seger hebt überdies hervor, dass die Arbeit im Team der angestellten Mitarbeitenden erleichtert werde.

Menschen zusammenbringen
Schindler empfindet die Aussenbereiche als Verbindungselemente zu Kirche und Friedhof dank ihrer Gestaltung mit gedeckter Terrasse und parkähnlicher Bepflanzung besonders einladend. Sie betont denn auch, dass es um mehr als um ein Gebäude geht und bringt ihre Vision einer lebendigen und engagierten Kirchgemeinde auf den Punkt: «Das hindernisfreie Kirchenzentrum bringt Menschen zusammen und schafft Raum für gute Begegnungen und Erlebnisse. Die Gemeinde macht sich im Umfeld der Kirche sicht- und erlebbar.» Sie freut sich, dass die Kirchgemeinde gerade deshalb mit der Stadtverwaltung Amriswil in gutem Kontakt sei und denkt weiter: «Wir verstehen uns als Gastgeberin für alle Menschen – für die Stadt, die zugehörigen Dörfer und Dorfteile, Aussengegenden, Generationen, Kulturen, Altersgruppen und Lebenswelten.» Sie ist deshalb sehr zufrieden, dass mit der gesamten Nachbarschaft und auch für die Verkehrsführung und Parkplatzsituation gute Lösungen ausgearbeitet werden konnten.

Nachhaltiges Gebäude mit Solaranlage
Seger führt aus, dass es sich um ein «besonders nachhaltiges Gebäude in jeglicher Hinsicht handelt». Damit spricht er etwa den Minergie-Standard oder die Erdsondenwärmepumpe mit natürlicher sommerlicher Rückkühlung an. Im Projekt integriert sei für den eigenen Strombedarf eine Photovoltaikanlage auf einem Teil des Dachs. Damit würden die hohen gesetzlichen Mindestanforderungen erfüllt. Um noch nachhaltiger unterwegs zu sein, beantrage die Kirchenvorsteherschaft einen Zusatzkredit in der Höhe von 125‘000 Franken, um das ganze Dach für die Sonnenenergie nutzen zu können. «Das ist sinnvoll und generiert der Kirchgemeinde sogar Einnahmen, weil die Kirchgemeinde dann sogar Energie ins Netz einspeisen kann», begründet er den zusätzlichen Solarantrag. Falls er angenommen werde, könne nebst dem Kirchenzentrum auch die Kirche kostensparend mit erneuerbarer Energie beheizt werden.

Solide Finanzlage – viel Eigenfinanzierung

Weil sich die Finanzlage der Kirchgemeinde mittelfristig positiv entwickelt, sagt Kirchenpräsidentin Claudia Schindler: «Es ist realistisch und unser Ziel, wenn immer möglich auf Steuerfusserhöhungen zu verzichten.» Der Liegenschaftsverantwortliche Otto Seger führt weiter aus, dass im Baukredit von 10,8 Millionen Franken bereits die bislang nicht absehbare hohe Bauteuerung berücksichtigt sei. Wichtig sei, dass die Kirchgemeinde «mehr als 60 Prozent der Baukosten mit eigenen Mitteln finanzieren kann». Er rechnet vor, dass nur schon aus dem Erneuerungsfonds und der Vorfinanzierung 3,33 Millionen Franken beigesteuert werden könnten. Er sei zuversichtlich, dass das bestehende Kirchgemeindehaus und das alte Pfarrhaus, wo derzeit das kirchliche Leben dezentral stattfindet, zu einem angemessenen Preis verkauft werden dürften. Man sei auf gutem Weg dazu. Noch sei es aber zu früh, um die Verkaufsgeschäfte zur Abstimmung zu bringen. Aus dem Eigenkapital könne eine weitere Million entnommen werden, so dass immer noch ein Eigenkapital von einer halben Million übrigbleibe.

Infoanlass am 11. Januar
Wie das geplante Kirchenzentrum in Amriswil im Detail aussieht, wird die Kirchenvorsteherschaft der Evangelischen Kirchgemeinde Amriswil-Sommeri an einem Informationsanlass aufzeigen. Am Mittwoch, 11. Januar 2023, um 19.30 Uhr erläutert sie in der Kirche Amriswil zusammen mit dem Architekten das Projekt, dessen Nutzungsmöglichkeiten und Finanzierung. Beantwortet werden auch Fragen über den aktuellen Stand des geplanten Verkaufs der bestehenden Liegenschaften. Die Abstimmungen darüber könnten je nach Entwicklung der Verkaufsaktivitäten auch kurzfristig an einer Versammlung einberaumt werden.


Detailinformationen
Bereitgestellt: 28.12.2022     Besuche: 96 Monat  
aktualisiert mit kirchenweb.ch