Kirchturmuhr: Zeit bleibt kurz stehen

evangamriswil-glocken (Foto: Lukas Butscher)

Im neuen Jahr bleibt die Uhr stehen – zumindest an der evangelischen Kirche in Amriswil. Grund dafür ist die Restaurierung und Totalrevision der Turmuhr von 1892, also aus der Erstellungszeit der evangelischen Kirche.
Claudia Schindler,
Weil der Viertel- und der Stundenschlag mechanisch von der «Mäder»-Turmuhr ausgelöst wird, werden nicht nur die Zeiger stillstehen, sondern auch der gewohnte Glockenschlag ausfallen. In den 130 Jahren Betriebszeit wurde am Uhrwerk kaum etwas verändert, ausser dass das Pendel durch einen Elektromotor ersetzt wurde. Nun soll wieder der Originalzustand erstellt werden. Andererseits gibt es Komponenten, die heute aus sicherheitstechnischen Gründen nicht mehr vertretbar sind und darum ersetzt werden müssen. Weil das Uhrwerk für die Restaurierung und den mehrwöchigen Testlauf ins Werk zurückgeht werden die Zeiger frühestens im März 2023 wieder drehen.

Grösste Glockengeläut-Sanierung
Zeitgleich wird die grösste Sanierung des Glockengeläuts umgesetzt: Die fünf Glocken und der Glockenstuhl mit gesamthaft rund 20 Tonnen Gewicht werden neu mit Schwingungslagern bestückt. Damit werden die Kräfteeinwirkung auf das Mauerwerk gedämpft und die Belastungen auf das starre Turmgemäuer reduziert. Mit solchen Massnahmen können aufwendige Instandsetzungsarbeiten gemindert werden.

Glocken werden «entspannt»
Die Glocken selber sollen eine Entspannung erfahren: Konnte früher der Glockenklöppel nicht gross genug sein, wird heute empfohlen, diesen auf die Glockendimension anzupassen und den Anschlag an die Glocke abzustimmen. Mit schlankeren Klöppeln und präziseren Anschlägen sollen dank neuen überwachten Antrieben nicht nur die Glocken geschont, sondern auch der Klang reiner werden.

Seit längerem genehmigt
Es war angedacht, die Sanierung der Turmtechnik und -automation etappiert in den Jahren 2021 und 2022 auszuführen. Aufgrund der Lieferengpässe von Steuerungsteilen konnte die Revision nicht wie geplant gestartet werden. Darum hat sich die Kirchenvorsteherschaft für eine Umsetzung ab Januar 2023 entschieden. Das Sanierungs-Budget von gesamthaft 232'500 Franken wurde von der Kirchbürgerschaft bereits genehmigt und ist reserviert. Es belastet deshalb die kommende laufende Rechnung nicht mehr.

Das Osterfest soll dann mit neuem Glockenklang eingeläutet werden, und man wird sich ab dann wieder an der Zeit der Kirchturmuhr orientieren können.
Bereitgestellt: 03.01.2023     Besuche: 41 Monat  
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